Für bayerische Mehrkämpfer ist es immer schwer bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften gute Ergebnisse abzuliefern. Die Meisterschaften finden in der Regel Ende August und somit mitten in den Sommerferien statt. Geregelte Trainiungs- und Wettkampfmöglichkeiten sind da für heimische Athleten nur sehr spärlich vorhanden. Umso höher ist die Leistung der drei Semptler einzuordnen, die am vergangenen Wochenende die lange Reise nach Hannover angetreten haben. Erschwert wurde die Leistungserbringung am Wochenende dann auch durch das windige und teilweise regnerische Wetter. Hannover als Regenhauptstadt von Deutschland machte seinen Namen alle Ehre. Bella Mann trotzte diesen Umständen in der Klasse der W14 bei ihrer ersten DM  am Besten und holte sich völlig verdient die Silbermedaille im Siebenkampf.

Für  alle drei Starter der LG Sempt, Bella Mann, Miriam und Maximilian Ertl, ging es dabei am Freitag schon mit den Wettkämpfen los. Den Auftakt für die avisierte Topplatzierung gestaltete Bella im Hürdensprint optimal. Nach 11,59 Sekunden war sie im Ziel und gleich mitten in der Spitze des Tableaus. Dann ging es zum Hochsprung und hier lief es gar nicht wie erhofft. Schon die Anfangshöhe konnte Bella erst im dritten Versuch überwinden und auch die 1,46 Meter waren erst im dritten Versuch in den Ergebnislisten. Danach konnte Bella nicht mehr nachlegen und musste zusehen wie ihre Konkurrenz Höhe um Höhe überwand. Zu diesem Zeitpunkt war die Medaille in weiter Ferne. Dies nach dem ungeliebten Kugelstoßen umso mehr, als sie nach für sie ordentlichen 9,78 Meter noch mehr Boden auf die Spitze verlor. Jetzt mussten alle anderen Disziplinen passen und so absolvierte Bella dann auch den 100 Meter Lauf. sie stürmte nach 12,78 Seklunden ins Ziel und beendete den ersten Tag auf dem 4.Rang. Der zweite Tag begann mit dem Weitsprung. Nach Fehlversuch und 4,87 Metern im 2.Versuch musste der letzte Versuch passen – Bella bewies Nervenstärke und setzte 5,47 Meter in die Grube. Der Sprung auf die Medaillenränge war wieder geschafft. Im Speerwerfen folgten dann ordentliche 31,24 Meter und sicherten vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf den 3.Rang. Hier mobilisierte Bella dann nochmals alle Kräfte und lief nach 2:28,57 min ins Ziel. Sie nahm der Konkurrentin um die Medaillen 5,5 Sekunden ab und verbesserte sich mit der Minimaldifferenz von 1 Punkt auf den Silberrang. Am Ende standen starke 3.781 Punkte auf der Anzeigetafel – gleichbedeutend mit der Einstellung des Vereinsrekords von Sofie Gröninger.

Für Miriam und Maximilian ging es an den beiden Tagen nicht so leicht von der Hand. Bei Miriam war nach ordentlichem Start über die Hürden in der W15 der Hochsprung an diesem Tage ein fast unlösbares Rätsel. Sie brachte nur 1,40 Meter in die Wertung und blieb damit deutlich unter ihrem Leistungsniveau. Die Kugel flog dann auf gute 12,75 Meter und auch die 100 Meter in  13,84 sec waren in Ordnung. Der zweite Tag begann mit dem Weitsprung und hier konnte Miriam solide 4,82 Meter in die Wertung einbringen. Mit 40,36 Metern im Speerwurf war sie die Beste ihrer Altersklasse aber dann doch deutlich unter den schon gezeigten Leistungen in diesem Jahr. Nichtsdestotrotz sprang sie mit diesem Wurf zwischenzeitlich auf Rang 8 des Klassements, den sie aber im abschliessenden 800-Meter-Lauf nicht halten konnte. Mit insgesamt 3.526 Punkten wurde es dann letztlich in einem engen Feld der 19.Rang.

Auch Maxi hatte während seines Zehnkampfes mit starken Ausschlägen in der Leistung zu kämpfen. In einem quantitativ und qualitativ hochwertigen Feld belegte er am Ende mit 6.015 Punkten wie seine Schwester den 19.Rang. Gute Leistungen wie im Hürdensprint (15,5 Sek) oder über 400 Meter (53,34 Sek) wurden durch die Ergebnisse in den Vertikalsprüngen (Hoch 1,62 bzw. 3,80 Meter beim Stabhochspung) wieder eliminiert. In Anbetracht der Tatsache das Maximilian den Sport neben der körperlich anstrengenden Ausbildung zum Schreiner betreibt, war allein die Qualifikation für die DM schon ein toller Erfolg und auch bei der DM liess er einige höher gehandelte Athleten hinter sich.